Werte Freunde der Uhrmacherei,

manchmal laufen Uhren so lange, bis der Verschleiß wirklich gravierend ist.

Als Lehrling bekam ich die Gelegenheit mir eine Turmuhr von Rochlitz zu kaufen. Diese Uhr war wirklich enorm hinüber. Stück für Stück, je nach dem, ob auch etwas Geld im Beutel übrig ist, restauriere ich die Uhr weiter.

Ich habe die stark eingelaufenen Teile lasern lassen. Die Oberflächen wurden danach wieder glatt geschliffen und poliert. Bei dem Anker der Turmuhr waren die Zapfen wirklich schlimm im Eimer.

Hier können Sie an einem Zapfen die 3 Stadien sehen, von komplett im Eimer über frisch aufgefüllt bis hin zum fertig restaurierten Zapfen.

Diese Technik ermöglicht es, die alte Substanz des Uhrwerkes komplett zu erhalten und trotzdem wieder fit für neue Aufgaben zu gestalten.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich bin wieder ein Stück mit der Turmuhr weiter gekommen.

Ich bin gerade mit dem Anker beschäftigt und da ist nun der Führungsstift dran gewesen.

Dieser war abgenutzt und durch den Rost ordentlich angefressen. So sollte man später die Turmuhr nicht laufen lassen, der Führungsstift hätte wie eine Feile gewirkt.

Ich habe mich entschieden, den Führungsstift abzudrehen und die Fläche zu polieren.

Die Führung im Pendel ist so oval ausgelaufen... die muss ich eh auch aufarbeiten.

Dazu dann später mal mehr. :-)

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Werter Freund der Uhrmacherei,

ein Handwerker, der auch viel selbst herstellt, der braucht auch das passende Material dazu.
 
Es ist manchmal unglaublich, was man alles so an Geld in Halbzeuge und Rohlinge investiert hat. Manchmal liegen diese Materialien, wie gute Weine, jahrelang am Lagerort.

Es ist dann immer wieder ein magischer Moment, wenn man dann ein Stück sich ablängt und daraus wieder ein neues Teil entsteht. Ein gutes Teil steht und fällt auch mit gutem Material.

Wenn man dann auch einen Rohling sich fertig macht, dann macht es oft Sinn, sich davon gleich mehrere Stück zu machen. Auf dem einen Bild sehen Sie z.B. Rohlinge für Werkhalter und Zifferblattabstandsringe.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

in nächster Zeit muss einiges gemacht werden, es gibt einige Zapfen zum Einbohren!

Mit den Hartmetall-Handsticheln werden die Bohrungen genau zentriert. Diese Stichel nutze ich auch für viele Dreharbeiten an Tamponstahl.

Geschliffen werden die Stähle mit einer selbst gebauten Schleifmaschine per Hand. Zuerst werden die Stichel mit einer groben Scheibe vorgeschliffen und dann mit einer feinen Scheibe nachgeschliffen. Man kann auf dem einen Bild sehr schön die zwei Körungen auf dem Schliffbild sehen. Damit kann man sehr genau arbeiten.
Diese Stichel sind extrem scharf, da muss man dann auch nach der Verwendung kleine Kappen drauf tun, damit man sich nicht daran verletzen kann.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

neulich wurde mir ein kleiner Uhrmachernachlass aus Norddeutschland angeboten.
 
Es handelte sich dabei um eine kleine Ausstattung, die ein Uhrmacher im Rentendasein noch genutzt hatte. Sein Sohn hat nun viele Jahre nach dem Tod seines Vaters die Sachen abgegeben.

Die kleine Drehmaschine tat mir leid. Sie war verrostet und nichts war mehr nutzbar. Ich hab die Maschine komplett gereinigt und neu eingeölt, die stark angefeilte Handstichelauflage habe ich geschweißt.

Inzwischen erfreut sich die kleine Drehbank wieder bester Gesundheit und hat ein Plätzchen auf meiner Fensterbank bekommen. Für keine Anpassungen und Anfertigungen z.B. an Gehäusetuben wird diese kleine Drehmaschine mir dann auf Arbeit zur Verfügung stehen.

Damit hat die kleine Drehbank einen schönen Altersruhesitz bekommen.

Die Firma Wolf und Jahn wurde 1887 gegründet und war in Frankfurt am Main ansässig. Wann genau mit diesem kleinen Unternehmen Schluss war, kann leider keiner mehr so genau sagen. Ich schätze mal, dass das Unternehmen in den 1960 er Jahren seine Pforten zu gemacht hat.

Diese kleine Drehmaschine stammt aus den 1920-er Jahren. Der Motorsockel stammt aus den 60-er Jahren und konnte von Flume zugekauft werden.

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