Werte Freunde der Uhrmacherei,

einmal im Jahr sammelt sich im schönen Schwarzwald eine ganz besondere Energie: Dann treffen sich viele Uhrenfreunde und Uhrmacher aus aller Herren Länder um Ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu fröhnen. Es ist die Zeit im Jahr, wo man unter seinesgleichen sein kann und sich exzessiv der Uhrmacherei hingeben kann.

Ich habe eine weite Anreise aus Berlin aber bei so viel Vorfreude vergeht die Reise wie im Flug. Gefahren wird von Berlin bis Offenburg und dann steige ich auf die Schwarzwaldbahn nach Triberg um. In Triberg hat die letzten Jahre ein ganz lieber Berufsschullehrer mit seinem VW Bus auf mich gewartet.
 
Und auch wenn man sich nur einmal im Jahr richtig sieht, so ist immer eine große Vertrautheit unter den Leuten da. In diesem Jahr haben zwei Damen die Organisation der Uhrenbörse übernommen und dies haben Sie mit großem Erfolg bewältigt.

Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es weiter gehen kann: Im letzten Jahr verabschiedete sich Herr Barthillat in den Ruhestand, er hatte viele Jahre für den Fortbestand der Uhrenbörse gesorgt.

Und wenn dann Abend am Stammtisch vom Uhrenwerkstattforum die jüngsten Uhrmacher in Ausbildung neben den ältesten Uhrmachern der Zunft einträchtig sitzen und sich auch austauschen, dann wird mir ganz warm ums Herz.

Ganz besonders toll war es, meine designten T-Shirts in Aktion sehen zu dürfen. Einen Träger durfte ich auch offiziell für meinen Blog fotografieren. Und so löst sich dieser Zauber nach 3 Tagen wieder in Luft auf.

Man fährt mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause und kann mit neuen Inspirationen an die Arbeit gehen.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

im Arbeitsalltag habe ich sehr viel mit den Uhren von Rolex zu tun. Die Uhren sind immer sehr durchdacht und von hoher Qualität, auch kann man diese Uhrwerke toll wieder instand setzen.

Wirklich wichtig bei diesen Uhren ist die Rotorachse! Ist diese abgenutzt, dann wird sich der Rotor immer mehr zur Seite neigen können. Irgendwann klappert es dann beim Tragen der Uhr fürchterlich im Inneren, und der Rotor beschädigt die Zierschliffe des Uhrwerkes.

Auf einem der Bilder können Sie die alte, ausgebaute Rotorachse und die neu vernietete Rotorachse im Rotor sehen.

Diese Uhr ist um die 40 Jahre alt und ist immer noch ein zuverlässiger Begleiter im Alltag.

Hier haben wir die Nachhaltigkeit, die wir für unsere Umwelt benötigen, damit auch unsere Kinder was von der Erde haben.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

Perlmutt ist ein fantastisches Naturmaterial. Es zeigt je nach Lichteinfall die wunderschönsten Farben.

Ich habe mir einen kreativen Wunsch erfüllt und eine Damenuhr mit einem Blatt aus Perlmutt gebaut.

Diese feine Damenuhr hat einen Durchmesser von 32mm und einen Bandanstoß von 16mm.

In der Uhr tickt ein ETA 2671 Automatik Uhrwerk, das man durch den Glasboden bei der Arbeit bestaunen kann.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

an dieser Stelle möchte ich eine Lanze für die Erhaltung von Goldtaschenuhren brechen, diese sind nämlich zusehends vom Aussterben bedroht.

Ich habe zu viele Goldgehäuse in den Schmelzofen wandern sehen. Es ist wirklich schade. Meistens ist der Wert dann gar nicht so hoch, wenn man das Uhrwerk raus nimmt und die Anbauteile abnimmt. Dann hat man ein paar wenige hundert Euro in der Hand, aber ein Stück Familiengeschichte ist dann für immer futsch.

Diese Uhr habe ich von einem kürzlich verstorbenen Uhrmacher erworben. Es ist eine wunderschöne Sprungdeckeltaschenuhr mit einem fantastischen Gehäuse.

Man muss sich vor Augen halten, dass diese Uhr über 100 Jahre alt ist. Die Uhr ist gut erhalten und macht mir eine sehr große Freude.

Beim Gang in die Oper wird sie mein Begleiter sein.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

mich hat neulich von einem befreundeten Uhrmacher aus Schwenningen eine alt beklagenswerte GUB Uhr erreicht. Diese Uhr hatte klein Glas mehr, das Zifferblatt war zerkratzt, die Zeiger eingedückt. Das Uhrwerk selbst hatte auch schlimme Schäden.

Es ist die Uhr von seinem Opa aus Hoyerswerda und er möchte diese doch so gerne zur Hochzeit tragen.

Ich gab mein Bestes und habe dieser Uhr wieder neues Leben eingehaucht.

Das Zifferblatt sieht immer noch nicht so gut aus, aber die Zeiger konnte ich halbwegs richten und mit neuer Leuchtmasse belegen. Eine neue Krone fand sich auch. Diese ist etwas zu groß aber dafür im passenden Goldton zum Gehäuse. Ein neues Glas fand sich dann auch. Bei dem Uhrwerk war der Lagerstift vom Wechselrad quasi nicht mehr vorhanden, dieser wurde von mir erneuert.

So kann er diese Uhr wieder tragen und sie wird Ihn zur Hochtzeit gut begleiten können.

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Werter Freunde der Uhrmacherei,

Uhrmacher ist ja der Beruf der 1000 Werkzeuge.

Das dieses Vorurteil absolut zutreffend ist, stelle ich in meinem Blog auch immer wieder mal gerne Uhrmacherwerkzeuge vor.

Gerade wenn ein Großuhrwerk wieder in ein Holzgehäuse eingebaut werden soll, dann ist dieses Werkzeug sehr hilfreich.

Dieser Schraubendreher ist vorne geteilt, man kann mit einem Schieber eine Schraube im Schlitz halten.

Vorher habe ich mich da immer mit Draht und Ösen versucht und auch so manches Mal geflucht. Seitdem mir dieses Werkzeug über den Weg gelaufen ist, habe ich an dieser Tätigkeit bedeutend mehr Freude.

Der Schraubendreher ist ca 80 Jahre alt aber immer noch gut im Gebrauch.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

früher sind Uhrmacher immer in Anzug und Weste unterwegs gewesen, in manchen Geschäften wird dies auch heute noch so gehandhabt.

Aber es gibt auch Uhrmacher, die gerne mal legerer unterwegs sind.

Ich habe mir ein kleines Konto bei Spreadshrit eingerichtet, hier biete ich Bekleidung mit Motiven aus der Uhrmacherei an.

Das ist schon etwas verrückt aber welcher Uhrmacher ist schon normal, ha ha.

Schauen Sie doch mal rein, ich würde mich sehr freuen:

https://www.spreadshirt.de/user/Philclock

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

für mich ist es immer wieder wichtig, die Damen nicht zu vernachlässigen.
 
Ich wollte schon immer eine Uhr mit einem Zifferblattausschnitt machen.

Bei dieser Damenuhr ist der Bereich, wo die Unruh läuft, skelettiert. Hier kann man dem Herz der Uhr beim Schlagen zusehen.

Die Uhr hat einen  Durchmesser von 37 mm und einen Bandanstoß von 18 mm.

Das Uhrwerk habe ich veredelt und die Teile vergoldet.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

zu einem Meister gehört auch immer ein Meisterstück, es ist eine Zulassungsvoraussetzung zur praktischen Meisterprüfung.

In der praktischen Meisterprüfung muss man dann für das Meisterstück Teile neu anfertigen. Diese muss man im Vorfeld als Projekt beim Meisterprüfungsausschuss einreichen.

Diese Uhr ist in Anlehnung an die vielen tollen Turmuhren aus dem Hause Rochlitz entstanden. Damit man gut an die Zahnräder ran kam, waren diese Horizontal angeordnet.

So habe ich es auch mit meinem Meisterstück gehandhabt.
 
Das Echappement ist mit einem Schwanenhals ausgestattet und veredelt. Die Räder sind in Rubinen und Neusilberlagern gelagert. Der Sockel ist aus Granit geschliffen und poliert. Die Glashaube hat mir ein lieber Glasermeister aus Berlin Wedding gemacht.

Ich liebe diese Uhr sehr, sie ist mein Wegbegleiter auf meinem Uhrmachertisch und ein Taktgeber für meine Projekte.

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Ja da ist er also, mein Meisterbrief.

Ich habe 4 Jahre für dieses Papier gekämpft.

Die Entbehrungen waren recht hoch, so hab' ich in der Anfangszeit einen Arbeitgeber gehabt, der mir die Zeiten bei Meisterkursen vom Gehalt abgezogen hat.

Manchmal wusste ich nicht, wie ich die Miete bezahlen soll, ohne die Hilfe meiner Familie wäre es sehr schwer gewesen, das alles hin zu bekommen.

Mit einer Prüfungskomission kam ich nicht klar. Ich empfand das Verhalten dieser Leute als willkürlich und entschloss mich dann zu einer radikalen Entscheidung.

Zu meiner allergrößten Erschütterung musste ich dann bei einer anderen Handwerkskammer feststellen, dass das geforderte Meisterstück von der ersten Handwerkskammer nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprach. Es wird ausdrücklich eine Großuhr gefordert und eben keine Armbanduhr. Ich musste dann nochmal ein Meisterstück bauen und nochmal viel Geld für die ganzen Materialien in die Hand nehmen.

Nachdem 2016 die Prüfung mit dem neuen Meisterstück angeschlossen war, war ich komplett ausgelaugt. Ich trat eine neue Arbeit bei einem Startup in Berlin an und beschäftige mich seit dem mit der Instandsetzung von hochwertigen Armbanduhren.

Dieses Unternehmen hat mir dann die letzten 2 Teile finanziert. Für diese große Hilfe bin ich sehr dankbar!

Meister ist, wer 4 Prüfungen abgelegt hat:

Teil 1: Theorethische Kentnisse
Teil 2: Fachpraktische Kentnisse
Teil 3: Betriebswirtschaftliche Kentnisse
Teil 4: Pädagogische Kentnisse (AEVO)

Mit Erhalt des Meisterbriefes ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Dieses Schriftstück ist auch eine Verpflichtung: Ich arbeite jeden Tag daran, dieser optimal gerecht zu werden.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

von einem verstorbenen Uhrmacher konnte ich eine Kiste Uhrenteile erstehen.

Darunter war auch eine kleine Kiste mit alten Uhren. Alle Uhren waren in einem sehr schlechten Zustand und sicherlich zum Ausschlachten vorgesehen.
 
Aus dieser Kiste schaute mich ein alter Chronograph an.

Ich hab mir daraus einen Spaß gemacht und dieser sehr alten Uhr wieder neues Leben eingehaucht, wie viele Jahre mag es wohl her gewesen sein, dass diese Uhr im Einsatz war?

Der Uhrmacher ist jedenfalls schon 5 Jahre tot und war davor fast 20 Jahre im Ruhestand.

Es war sehr viel Arbeit, dieser Uhr wieder ein zweites Leben zu schenken. Das Landeron 248 Uhrwerk wurde komplett instand gesetzt und das Gehäuse wurde leicht poliert und neu vergoldet. Das Zifferblatt wurde vorsichtig gereinigt und das Glas wurde erneuert.

Mit einem schönen neuen Uhrenarmband von Happel schaut diese Uhr wieder richtig schmuck aus. Es ist, als würde man einer alten, lachenden Dame ins Gesicht schauen: Überall sind Altersflecken und Falten aber dennoch macht es Spaß, diese Lebensfreude zu sehen.

Diese Uhr ist fast 70 Jahre alt, also: dafür kann sich das gute Stück doch sehen lassen!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

heute möchte ich mal eine Uhr, die mir viele Rätsel aufgibt, zeigen.
 
Es handelt sich hier um ein altes Meisterstück eines Uhrmachers aus den 60er Jahren.
 
Diese Uhr wurde nie fertig gestellt und wartet seit 50 Jahren darauf, zum Leben erweckt zu werden.

Derzeit suche ich noch nach dem Grundwerk zu dieser Uhr. Es würde mir die Arbeit hier wesentlich einfacher machen. Gerade bei den Dimensionen des Plateaus hab ich leider nicht viel Spielraum. Der Durchmesser des Federhauses beträgt stattliche 24,20 mm!

Wenn ich diese Uhr so betrachte, dann frage ich mich immer wieder, was wohl damals passiert ist. Die Meisterausbildung hat damals schon ein unglaubliches Geld gekostet und diese Uhr ist schon sehr weit voran geschritten.

Sicherlich steckt hier eine Tragödie dahinter.

Sowas macht mich immer nachdenklich. Lebt die Person noch? Denkt die Person noch ab und zu an das Meisterstück? All diese Fragen werden mir wohl nie beantwortet werden können.

Auch ist es sehr schwer überhaupt Informationen über diese Meisterstücke zu erhalten: Die meisten Uhrmachermeister aus dieser Zeit sind tot, dement, nicht zu finden oder schon lange nicht mehr am Beruf interessiert.

Ich gebe aber nicht auf: Irgendwann schnappe ich zu und finde das letzte Puzzelteil dazu!

Dann werde ich hier wieder über das alte Meisterstück aus den 60er Jahren berichten.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

heute möchte ich Ihnen ein sehr wichtiges Werkzeug in der Uhrmacherei vorstellen: Es handelt sich um einen Steineinpressapparat von Horia.

Mit diesem Apparat kann man Lagersteine von Uhren einpressen und auch in der Höhe verschieben. Durch die Mikrometerschraube oben kann man hier sehr feinfühlig und genau arbeiten.

Manchmal muss man keinen Stein ersetzten, sondern die Höhenspiele einstellen. Damit kann man oft Streifungen im Räderwerk beheben und die Amplitude erhöhen.
 
Es gibt auch Steineinpressapparate mit einem Hebel, mit denen kann man auch viel erreichen, aber nicht ganz so schön feinfühlig.

Die Stempel zu dem Gerät sind am wertvollsten: diese kosten einiges mehr als der Apparat selbst!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

hier möchte ich Ihnen mal zwei rohe, skelettierte Handaufzugwerke zeigen.
 
Man kann hier ein Unitas 6497 und ein ETA 2512 nebeneinander sehen.

Die beiden Uhrwerke haben eine Industrieveredelung und schauen so noch sehr langweilig aus. Sie können gespannt sein, was ich noch daraus zaubern werde. :-)

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

auf meiner Arbeitsstelle hatte ich das große Glück, mal eine Rolex Armbanduhr umgestalten zu dürfen.

Die GMT Master II wurde komplett entkernt, die Teile wurden PVD beschichtet und das Uhrwerk wurde neu arrangiert.

Brücken und Kloben wurden schwarz rhodiniert, das Sperrrad hat einen Glashütter Sonnenschliff erhalten und wurde ebenfalls schwarz rhodiniert.

Der Kopf einer neuen Rotorachse hat auch den Glashütter Sonnenschliff erhalten. Die Schraubenköpfhe wurden neu poliert und blau angelassen.

Diese Uhr kommt sehr düster daher und durch den neuen Glasboden kann man das dazu passende Werk bei der Arbeit betrachten.

Dieses Projekt hat mir sehr viel Arbeit abverlangt; ich bin wirklich froh, dass es nun abgeschlossen ist.

Auf jeden Fall war diese eine ganz neue und wichtige Erfahrung für mich.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

neulich bin ich bei eBay bei der Suche nach Turmuhren auf diese Schellackplatte hier gestoßen.

Ich habe die Schellackplatte erstanden und zum Digitalisieren eingeschickt. Ich selber war total gespannt, was sich hier für ein Lied hinter dem Titel verbirgt.

 

Es ist toll, dass man früher auch Lieder über Turmuhren verfasst hat.

 

Der Dirigent Otto Stenzel hat den Krieg überlebt und ist ist 1989 verstorben.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

heute möchte ich Ihnen mal ein ganz besonderes Werkzeug zeigen: Es handelt sich dabei um ein Uhrmacherwerkzeug, womit man den Abfall und die aktive Länge der Unruhspirale bei dem AS1012 einstellen kann.

Das Uhrwerk ist sehr klein und mit diesem Werkzeug kann man sehr feinfühlig und sicher arbeiten.

Kleine Stifte greifen in das Werk ein und mit den Hebeln außen kann man dann die Einstellungen vor nehmen.

Das Werkzeug war Inventar der Hermann Friedrich Bauer Gmbh & Co KG. Nach einer Fusion mit der Walser AG im Jahre 2004, existiert das Unternehmen als die Bauer Walser AG noch heute.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

hier möchte ich Ihnen ein besonderes Bild über Glashütte zeigen.
 
Das Bild wurde von einem Foto aus dem Jahre 2006 abgemalt.

Am 14. Februar 2006 war ich zum Einstellungstest an der staatlichen Uhrmacherschule Glashütte. Danach haben wir uns noch etwas dieses Dorf angeschaut.
Auf dem Gemälde können Sie mich mit 16 Jahren sehen, im Hintergrund sieht man den Kirchturm der Kirche aus Glashütte.
 
Das Bild hat meine Mutter gemalt, heute hängt es in meiner Werkstatt und erinnert an diese Zeit ( vor allem an viel Schnee...).

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Werter Freund der Uhrmacherei,

es gibt immer wieder große Probleme mit Rost in Uhren.
 
Zu oft gehen die Besitzer zu sorglos mit den Uhren um und die Folgen sind fatal.

Rost kann verschiedene Gesichter und Verläufe haben. Manchmal durchkriecht er schleichend so ein Uhrwerk und manchmal geht es sehr schnell.

Also achten Sie immer auf Ihre Uhr und vermeiden Sie immer den Kontakt mit Wasser!

Auch vermeintlich wasserdichte Uhren sind dies nicht für immer. Dichtungen werden alt und spröde oder durch andere Substanzen angegriffen, z.B.

Parfüm.
 
Mit den folgenden Bildern kann ich Ihnen anschaulich zeigen, wie sowas dann aussehen kann.

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Das Landeron 248 - Unterschiede zwischen den Jahren

Werter Freund der Uhrmacherei,

hier möchte ich Ihnen mal zwei Uhrwerke des gleichen Kalibers zeigen.

Manche Uhrwerke, wie hier das Landeron 248, wurden über viele Jahre hinweg gebaut. In dieser Schaffenszeit hat man immer wieder kleine Änderungen an den Werken vorgenommen.

Dies sorgt in der heutigen Zeit dafür, dass ein Ersatzteil für dieses Werk nicht immer passen muss. So muss man als Uhrmacher auch gleich noch mehr Angaben zu dem Werk machen.

Die wichtigste Umstellung war die Umstellung von einer normalen Lagerung der Unruh zu einer Lagerung der Unruh in Stoßsicherungsfuttern.

Das Landeron 248 auf der Basis des Landeron 48 wurde von 1937-1970 gebaut, also unglaubliche 33 Jahre am Stück!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

Frauen sind für mich immer wieder faszinierend, sie haben eine ganz andere Art der Beziehung zu Ihren Uhren.

Ich bin gut auf die Damenwelt vorbereitet: Ersatzteile für Damenuhren habe ich in großer Stückzahl da.

Es ist unglaublich, was es alles für Damenuhrwerke gibt, heute nimmt kaum einer eine Notiz davon.

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich einen kleinen Gegenwind dazu starten.
 
Ich lade Sie herzlich dazu ein, in der folgenden kleinen Bildergalerie etwas zu stöbern.

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Eine Omega Seamaster mit Kaliber 1342 aus dem Jahr 1979

Werte Freunde der Uhrmacherei,

viele Uhrmacher rümpfen ja die Nase über Quarzuhrwerke, dabei gibt es hier wirklich interessante Vertreter dieser Gattung!

In den Anfängen waren diese Uhrwerke sehr aufwändig in der Herstellung, dementsprechend hatten diese Uhren auch ihre Preise. Heute sind diese Uhrwerke selten anzutreffen.

Das hier gezeigte Omega Kaliber 1342 wurde von 1977 bis 1980 gebaut. Es ist in einer Omega Seamaster im typischen 70er Jahre Design verbaut.

Ich habe mich dieser Uhr angenommen und, nach sehr vielen Jahren des Stillstandes, wieder Leben in die Bude bekommen. Das Uhrwerk war komplett verdreckt, der Batteriebügel war zerbrochen und es fehlten ein paar Schrauben. Auf dem Bild mit dem blauen Rodico können Sie die groben Ablagerungen, die ich aus dem Werk geholt habe, sehen.

Die Batterie zu dem Werk gibt es nicht mehr zu kaufen. Ich habe eine Varta 329 mit einem kleinen Adapterring verbaut. So kann man die Uhr heute wieder betreiben.

Nach einer gründlichen Reinigung des Uhrwerkes läuft die Uhr wieder tadellos.

Eine Besonderheit stellt auch die Art des Zeigerstellmechanismus dar: Die Stunden kann man über die Krone in einer Schnellverstellung verstellen, so stellt man auch gleichzeitig das Datum ein.
Wenn man die Minuten einstellen will, dann muss man mit einem spitzen Gegenstand die Mitte der Krone gedrückt halten, so schaltet dann der Motor in einen Schnelllauf und die Minuten können auch eingestellt werden.

Für mich war dies eine sehr interessante Exkursion in die Anfangszeit der Quarzarmbanduhren.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

hier möchte ich Ihnen mal eine Armbanduhr im Rallye-Design der 70er Jahre zeigen.

Die Uhr hat ein toll gestaltetes Zifferblatt und ein dazu sehr gut passendes Spangenarmband aus Edelstahl. In der Uhr tickt ein Kaliber INT 7410 aus deutscher Produktion (DuRoWe).

Es handelt sich dabei um ein frühes Exemplar des Kalibers, dies kann man an dem separaten Sperrkegel erkennen. Mit dieser Information können wir die Uhr  genau auf das Jahr 1972 datieren.

Die Uhr wurde viel getragen und man kann der Uhr die Abnutzungen noch gut ansehen. Bei einer über 45 Jahre alten Uhr darf man aber auch sowas sehen. Es macht die Uhr nur interessanter und bringt nur mehr Faszination für diese enorme Arbeitsleistung über diesen vielen Jahre.

Das Uhrwerk wurde von mir überholt. Die Zahnräder sind hier teilweise blau angelaufen. Dies kann man auf die Verwendung einiger Reinigungsflüssigkeiten der Vergangenheit zurück führen. Das sieht nicht so gut aus, ist aber jetzt nicht für den Betrieb der Uhr tragisch. Die Teile wurden normal gereinigt und das Uhrwerk wieder montiert und geölt.

Heute noch hat diese Uhr gute Gangwerte und so eine Leistung kann sich doch, nach so vielen Jahren, wirklich sehen lassen!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich konnte wieder eine Dresswatch fertig stellen.
 
Mit diesem Zifferblatt habe ich schon mal eine Uhr gebaut, hier hatte ich ein großes Gehäuse mit kanellierter Lünette verwendet.
Diese Uhr ist glatt und fein, das Uhrwerk ist hier zweifarbig gestaltet.

In der Uhr ist ein Unitas 6498, was von mir komplett veredelt wurde, verbaut.

Die Uhr hat einen Durchmesser von 43,5mm und einen Bandanstoß von 22mm. Das gute Stück ist 5 Bar Wasserdicht.

An der Uhr ist ein dunkelblaues Armband aus Kalbsleder montiert.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

heute brauchte ich mal wieder ein Werkzeug aus meiner Lehrzeit.

Dieses Werkzeug wird in der Uhrmacherschule als Ankerkorrektor bezeichnet, viele Uhrmacher kennen es aber auch unter dem Begriff: Paletten-Schieber-Platte.

Mit diesem Werkzeug kann man einen Anker gut auflegen und halten. Dann kann man unter der Platte eine Flamme laufen lassen und Ankerpaletten mit Schellack einlacken.

In der Lehrzeit sah das Werkzeug noch ganz anders aus. Inzwischen ist hier ein neuer Stiel und ein neuer Griff dazu gekommen. So gefällt mir das Werkzeug schon viel besser.

Nun ist das Werkzeug tatsächlich über 11 Jahre alt.

Die Zeit vergeht so rasend schnell, dieser Umstand macht mich immer wieder nachdenklich aber so ist es nun mal.

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