Werte Freunde der Uhrmacherei,

dieses Jahr findet wieder die Internationale Antik Uhrenbörse in Furtwangen statt.

Vom 24 bis zum 26 August kann man nach Herzenslust wieder nach tollen Uhren, Ersatzteilen, Werkzeugen, Maschinen und Literatur Ausschau halten.

Ich werde auch wieder mit einem ganz kleinen Stand dort vertreten sein.

Hier der Link zur Webseite
 
Ich freue mich auf Ihren Besuch!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

manchmal geht man als Uhrmacher auch auf Erkundungsreise:

2016 hab ich bei einem Uhrmachernachlass eine total ramponierte Thiel Saturn Taschenuhr gefunden. Die Uhr war in einem beklagenswerten Zustand.

Ich fand den Aufbau des Werkes interessant und machte mich an die Aufarbeitung. Einige Teile der Uhr hatten keinen guten Zustand, ich entschloss mich auf die Ersatzteiljagt zu geben.
 
Bei einem 82-jährigen Uhrmacher bin ich dann fündig geworden. Als ich Ihn nach Ersatzteilen für dieses Uhrwerk fragte, hat er schon recht verwundert geschaut.Er krauchte auf einen Hängeboden in seiner Wohnung und kam freudestrahlend mit einer Kiste von Ersatzteilen zu diesem Uhrwerk wieder.
 
Der Rückdeckel zu der Uhr war nicht mehr vorhanden. Ich hatte mich dann dazu entschlossen, der Uhr einen Glasboden zu geben. Das Werk ist sehr einfach aufgebaut, dennoch hat es einige Eigenheiten und ich hatte meinen Spaß damit.

Viele Spuren Ihres Arbeitslebens kann man der Uhr heute noch ansehen aber sie hat ein schönes Plätzchen in meiner Vitrine bekommen und erfreut such wieder bester
Gesundheit.

Es war für mich ein schönes Erlebnis, hatte diese Uhr doch ca 40 Jahre lang die Zeit nicht mehr anzeigen dürfen.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,
 
in der Uhrentechnik gab es immer wieder Umbrüche und viel Innovation.
 
Heute möchte ich mal ein ganz besonderes Uhrwerk von der Uhrenfarbik Staiger aus St. Georgen im Schwarzwald zeigen.
 
Das erste Chrometron Uhrwerk wurde Mitte der 1960er Jahre entwickelt und ab 1967 produziert. Das Kaliber 875 ist der Nachfolger des 852. Es hatte einige Verbesserungen und konnte noch kostengünstiger hergestellt werden. Der Erfinder dieser Konstruktion war Reinhard Jäckle. Nach seiner Einstellung bei Firma Staiger meldete er diese Konstruktion als Gebrauchsmuster an.
 
Der Anker (gut an den roten Spulen erkennbar) wird durch einen elektromagnetischen Impuls ausgelenkt und durch eine Feder wieder zurückgestellt. Beim Auslenken betätigt der Anker einen Hebel, der 1. das Sekundenrad immer ein Stück weiter dreht und 2. über eine Blattfeder einen Impuls an die Unruhe gibt, sodass sie schwingt.
 
Beim Vorschwingen der Unruhe wird über die Blattfeder ein Kontakt geschlossen, der den elektromagnetischen Impuls für den Anker zum Auslenken gibt, sodass die Unruhe gleich wieder angestoßen wird.
 
Die Unruh als Taktgeber bekommt hier nur einen Impuls und kann sonst frei schwingen, aus diesem Grund kann man durchaus von einer Chronometerhemmung sprechen.

 

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

im Rathaus von Berlin Pankow findet man noch weit über 100 Jahre alte Uhrentechnik: Das alte Turmuhrwerk ist bis heute dort in Betrieb.
 
Es erfolgten in den vielen Jahrzehnten des Betriebes einige Umbauten, so gibt kein Pendel mehr den Takt an. Inzwischen ist hier ein Kippankerrelais
eingebaut, das Räderwerk wird heute durch eine funkgesteuerte Hauptuhr frei gegeben; dennoch ist das Meiste, was hier in Betrieb ist, über hundert Jahre alt.

Ich habe als Lehrling meine Schulpraktika immer in Turmuhr- und Glockenfirmen gemacht. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gesehen und gelernt.

Den Praktikumsbetreuern bin ich heute noch sehr für diese lehrreiche Zeit dankbar.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

bei modernen Armbanduhren sind die Zahnräder meist gestanzt. Dies hat zur Folge, dass die Flächen glatt und poliert sind.
 
Was für die Zahnflanken eine gute Sache ist, sieht auf den Oberflächen für den Betrachter meist etwas langweilig aus.

Wenn man hier einen Kreisschliff drauf zaubert, bekommt so eine Uhr gleich viel mehr Tiefe.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich liebe es, mit historischen Maschinen zu arbeiten.

Mit Ihnen kann man oft sehr gut arbeiten und bei guter Pflege halten diese Gerätschaften mehr als ein Uhrmacherleben.

Mit dieser historischen Uhrmachertischbohrmaschine mache ich meine Perlage auf Uhrwerksteile.

Man kann sehr feinfühlig mit ihr arbeiten und genau diese Eigenschaft ist sehr wichtig für solche Arbeiten.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich habe neulich ein wunderschönes Taschenuhrwerk überholt:

Es handelt sich um ein Schweizer Taschenuhrwerk mit Schlüsselaufzug.

Das Uhrwerk ist auf der Werksseite wunderschön skelettiert, man hat einen sehr tollen Blick auf das Räderwerk und den seitlichen Anker mit dem Gegengewicht.

Das Uhrwerk wurde gereinigt und die Vergoldung wurde erneuert.
 
Ich mache dafür gerade ein Gehäuse, aus diesem Grund hat das Werk bei seiner Überholung auch etwas Kosmetik erhalten.

So kann das alte Uhrwerk, wie eine alte Dame, wieder ein Lächeln schenken.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich mache von Zeit zu Zeit auch immer wieder gerne eine Uhr mit einem Automatikwerk.

Für eine Damenuhr hab ich ein ETA 2824-2 veredelt.
 
Dieses Uhrwerk hat als erstes Exemplar einen Rotor mit den neuen Schriftzug bekommen.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

heute möchte ich mal eine Uhr vorstellen, die Bestandteil des Arbeitslebens vieler BVG Mitarbeiter war.

Diese Dienstuhren wurden dem Fahrpersonal zur Durchführung des Fahrbetriebes zur Verfügung gestellt.

Die BVG Taschenuhren hatten das Unitas Kaliber 435 eingebaut, welches schon damals über eine Incabloc Stoßsicherung verfügt hat.
 
Die Uhren sind sehr hochwertig und genau, das Design ist schlicht und funktional.

Ich persönlich liebe solche feinen und eleganten Uhren.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

auf meiner Arbeitsstelle in Berlin Mitte habe ich einen tollen Begleiter auf dem Uhrmachertisch:

Es handelt sich um eine kleine Uhr, die im Uhrenindustrie-Museum Schwenningen gefertigt wird. Der Rädersatz ist von einem Weckerwerk und die Uhr läuft einen Tag lang.

Ich habe großen Spaß daran, die Uhr auf meinem Tisch laufen zu lassen. Der Takt der Stiftankerhemmung hält mich immer in Bewegung und an der Arbeit.

Hier können Sie noch ein Video von meinem Besuch in diesem Museum sehen:

 

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

in Russland gibt es auch eine Uhrenindustrie.

Heute möchte ich mal ein Uhrwerk von der Uhrenfabrik Tschistopol (Wostok) zeigen. Josef Stalin ließ dieses Werk 1942 errichten, noch heute ist Wostok offizieller Lieferant für das russische Militär.

Das Kaliber 2605 wurde etwa Mitte der 1950 er Jahre gebaut. Es hat eine Breguetspirale und Genfer Streifen.

Hier kann man sehen, dass es auch sehr schöne Uhrwerke aus Russland gibt.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,
 
ich habe vor 3 Monaten ein skelettiertes Unitas 6409 erstanden.
 
Das Uhrwerk hat hier noch eine Gravur auf den Stegen. Diese Gravur war so tief, dass ich diese nicht raus schleifen konnte.

Ich hatte hier aber auch schon eine Idee, wie ich das Werk entsprechend meiner "Handschrift" veredeln könnte.

Die Gravuren habe ich mit Abdecklack versehen und dann konnte ich meine Zierschliffe hier aufbringen. Die Schrauben sind hier poliert und vergoldet worden. Kron- und Sperrrad sowie die Sperrklinke haben einen Glashütter Sonnenschliff von mir erhalten und wurden dann blau angelassen.

Das Werk hat eine Schraubenunruh und eine Triovis-Feinregulierung.

Bald kann ich dann die komplette Uhr dazu dann vorstellen.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

es gibt in unserem Beruf immer wieder Konstruktionen, die uns tief staunen lassen. Dieses besondere Uhrwerk möchte ich heute mal vorstellen.

Nach dem Jahr 1945 brachte der Uhrenfabrikant Karl Jauch Uhrwerke mit Pulshammer-Aufzug heraus.

Hierbei sind in zwei Glaskolben mit Alkohol befüllt. Unten am Uhrwerk war ein Heizelement angebracht, dies hat man mit der gewöhnlichen Wechselspannung von 220 Volt betrieben.

In dem Glaskolben ist nun der Alkohol gasförmig geworden und hat sich als Kondensat auf der anderen Seite wieder angesammelt. War die andere Seite gut mit dem Kondensat befüllt, dann hat die Schwerkraft ihr Übriges getan und die Uhr war wieder ein Stück weiter aufgezogen.
 
Diese Uhren werden unter Uhrmachern auch als "Schnapsuhren" oder "Uhren mit Schnapsmotor" bezeichnet.

Diese Uhren gab es nur in einer sehr kleinen Stückzahl und so sind diese heute sehr selten geworden.

Es gibt ja den alten Spruch: "Ein Uhrmacher, der nicht säuft, ist wie eine Uhr, die nicht läuft!"

Nun ja, bei dieser Sorte Uhren komme ich auf jeden Fall immer wieder ins Schmunzeln.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

es gibt Uhren, die kommen in einem wirklich grausamen Zustand beim Uhrmacher an.
 
Dieses Exemplar ist aber wirklich außergewöhnlich runter gekommen: Diese Uhr muss noch eine ganze Weile gelaufen sein, obwohl hier sicherlich ein ungutes, lautes Klappern bemerkbar gewesen sein muss.

Es hatte sich eine Schraube gelöst und der Rotor knallte immer wieder gehen eine Schraube. Dadurch ist der Rotor an einer Speiche schlimm demoliert worden.Später haben sich weitere Schrauben gelöst, wodurch die Automatik auseinander geflogen ist.

In der Uhr sind viele Spuren der Verwüstung zu sehen.

In solch gravierenden Fällen wird das Uhrwerk komplett bei Tag Heuer getauscht. Es macht keinen Sinn da selber was dran zu machen, da man als Uhrmacher keine Teile für Uhrwerke von Tag Heuer bekommt.

Diese Uhr ist ein wirtschaftlicher Totalschaden, eigentlich kann man die Uhr weg werfen.

Also: Wenn Sie ein Klappern oder Schlagen in Ihrer Uhr bemerken, dann gehen Sie lieber gleich zum Uhrmacher!

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

nicht jede Uhr ist um jeden Preis erhaltenswert.

Bei dieser Uhr war das Uhrwerk in einem sehr schlechten Zustand: Damals waren diese Uhren nicht wasserdicht und so hatte Feuchtigkeit ein leichtes Spiel.

Nun denkt der eine oder andere, dass diese Uhren meist aus massivem Gold sind.

In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Die Uhren sind papierdünn mit Gold belegt und haben dann meist noch einen Messingkern.

Hier können Sie mal so eine Uhr mit Messingkern sehen. Das Gold ist wie eine Folie
um den Messingkern rum getrieben worden.

Dadurch ist der Wert einer solchen Golduhr nicht sehr hoch.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

wenn ein Edelstahlboden stark genug ist, dann kann man ohne Probleme daraus einen Glasboden zaubern.

Man muss den Kern ausdrehen und dann den Sitz des Glases passgenau ausdrehen. Bei sehr dünnen Edelstahlböden wird es da schon schwieriger:

Hier muss man einen weiteren Ring aus Edelstahl dann einlasern und dann kann man hier den Sitz des Glases ausdrehen.

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Werte Freunde der Uhrmacherei,

ich bin ja ein leidenschaftlicher Sammler von Uhren, die auch einen Bezug zu Berlin haben. Es ist immer wieder spannend, was in dieser Stadt mal so alles in Sachen Uhrmacherei los war.

Vor einiger Zeit war mir diese Uhr ins Netz gegangen, es handelt sich um eine Taschenuhr aus den 20er Jahren, die ein Tulasilber Gehäuse hat.

Tulasilber wird in Deutschland auch Blachmal und in Italien Niello genannt. Es handelt sich dabei um eine schwarze Masse, die in Gravuren auf der Silberoberfläche eingepresst wird.

Der Begriff Tulasilber kommt von der Stadt Tula aus Russland, die war für solche Handwerksarbeiten mal berühmt. So hat sich der Begriff Tulasilber in unseren Breitengraden mehr und mehr durchgesetzt.

Über die Gebrüder Böll konnte ich leider nichts herausfinden. Evtl. kann ja jemand, der den Blog hier liest, mir noch einen Tipp dazu geben.

Das Uhrwerk wurde von mir überholt, es mussten einige Schrauben erneuert werden. Ein Zeiger war nicht passend zu der Uhr, dieser wurde durch einen anderen alten Zeiger im passenden Design von mir ersetzt.

Auf dem Bild mit dem schwarzen Untergrund können Sie das Werk bei der Demontage sehen. Wenn man genau hinschaut, dann sieht man Ölpfützen auf der Grundplatine. Das geht natürlich nicht, jetzt ist das neue Öl da, wo es auch hin gehört.

Diese Uhr hat nun ein feines Plätzchen in meiner Vitrine erhalten.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

derzeit bin ich dabei, meine geliebte Turmuhr zu restaurieren.

Dieses Zahnrad gehört zum Schlagwerk der Turmuhr, hier können Sie die große Abnutzung der Zahnflanken sehen. Nach der Restauration wird die Uhr gut so weiter laufen können.
 
Ich könnte auch das Zahnrad umdrehen, sodass die andere Seite der Zahnflanken in Nutzung kommen. Ich überlege noch, was ich dann machen werde.

Die Uhr hat keine Lasten mehr zu heben und ist nicht mehr im Betrieb unter viel Dreck begraben.

Auf jeden Fall kann man hier sehr gut sehen, was passiert, wenn man eine Uhr absolut nicht pflegt und gegen Verschleiß laufen lässt.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

ich bin ein Stück mit der kleinen Uhrmacherdrehbank weiter gekommen.

Die Aufnahme für die konischen Einsätze hat wieder einen Knauf erhalten. Dieser war nicht mehr dabei als ich die Drehbank bekommen hatte.

Auch eine kleine Aufnahme für genormte Hartmetallbohrer ist dazu gekommen.

Der Motor ist auch bald wieder einsatzfähig, dann kann die Drehbank wieder für einige Arbeiten genutzt werden.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

damals waren Schrauben noch sehr hart und der Kopf poliert.

Nach fast 100 Jahren kann so eine Schraube dann schon mal den Geist aufgeben.

Auf der Bruchstelle kann man sehr schön die Struktur des harten Stahls sehen.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

eine Zeit lang waren diese Flexbänder groß in Mode und die Leute hatten diese Bänder alle an Ihren Uhren dran.

Leider sind die Bandenden sehr einfach verarbeitet und dann können diese sich mit der Zeit im Gehäuse regelrecht eingraben.

Manch eine zart beseidete Armbanduhr ist absolut nicht für solche Bänder geeignet. Hat eine Armbanduhr sehr kleine feine Bandanstöße, oder ist das Gehäuse aus Messing, dann sollte man so ein Band auf gar keine Fall nutzen!

Solche Uhren sollte man nur mit Lederbändern tragen.

Bei diesem Gehäuse von Junghans können Sie die Spuren der Verwüstung sehr gut sehen. Es muss nun das Gehäuse gelasert werden und die Bohrungen müssen dann auch neu gesetzt werden. Diese Arbeiten sind sehr aufwändig.

Zu der Aufarbeitung des Uhrengehäuses melde ich mich dann im Blog später mit der ganzen Uhr wieder.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

der Beruf des Uhrmachers ist ja der Beruf der 1000 Werkzeuge, heute möchte ich Ihnen einen meiner Unruhgalgen zeigen.

Dabei handelt es sich um ein Werkzeug mit dem man Feinstellungsarbeiten an Spiralrollen machen kann. Heute gibt es dazu Einrichtungen an Uhrwerken
mit denen man alles sehr fein von oben einstellen kann. Früher war das nicht so einfach und da war der Unruhgalgen ein sehr nützliches Werkzeug.

Nun sind ja die alten Uhren nicht ausgestorben und da wird dieses Werkzeug immer noch fleißig genutzt.

Diesen Unruhgalgen hier,hab ich mal selbst gebaut.

Er trägt meinen Forennamen und stammt aus einem Abfallstück, was von der Fertigung eines Turmuhrzahnrades abgefallen ist.

Ein Uhrmacher wirft ja nichts weg und so konnten Materialien bewusst und verantwortungsvoll genutzt werden.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

viele Uhrmacher kennen das ETA/Unitas Uhrwerk, es ist groß, ideal zu Ausbildungszwecken und man kann super viel damit anstellen.

Hier in dem Blog sehen Sie ja selber einige Beispiele dazu, aber wussten Sie, dass es auch eine französische Antwort darauf gab?
 
Es handelt sich um dass Parrenin X40.

Das Uhrwerk ist etwas größer als das ETA/Unitas, es hat eine Größe von 40,2mm. Die Unruh ist wirklich gigantisch!Das Uhrwerk ist, genau so wie das Unitas, ein sehr robustes Uhrwerk.

1873 wurde Hippolyte Parrenin in Villers-Le-Lac gegründet.1965 wurde Parrenin ein Mitglied in der Fabrikanten der France Ebauches S.A.

Das hier gezeigte Uhrwerk wurde bin in die 1980 er Jahre produziert, Ersatzteile sind aber heute noch gut lieferbar.

Ich konnte eine seltene skelettierte Version des Uhrwerkes ergattern. Ich werde das Werk veredeln und dem Uhrwerk dann ein neues Zuhause geben.

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Werter Freunde der Uhrmacherei,

zu so einer Uhr gehören immer sehr viele Vorarbeiten, daher sehen Sie im Blog nach der Vorstellung von einigen Unikaten nun wieder die Vorstellung von verschiedensten Arbeiten, die dazu gehören.

Zum Tag der Deutschen Einheit möchte ich wieder ein Unikat präsentieren.

Ein Unterstützer hat mir eine Münze zur Wiedervereinigung geschenkt, diese wird gerade von mir zum Zifferblatt umgebaut.

Sie haben ja schon evtl. die Uhr mit der Münze zu 50 Jahre Grundgesetz gesehen, diesen Stil werde ich auch für die kommende Uhr beibehalten.

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Werter Freund der Uhrmacherei,

hier möchte ich Ihnen etwas aus meiner Fortbildung zum Uhrmachermeister zeigen.
 
Für den letzten Teil, den Teil 4, also den Ausbilderschein, wollte ich eine einfache Räderwerksmontage mit dem "Lehrling" (dem Prüfer) in der Prüfung machen.

Dazu hatte ich einiges vorbereitet u.A. ein kleines Video, wo ich die Demontage und Montage zeige.

Dann konnten wir in dem Kurs mal unsere Lehrunterweisung vorführen und ein Feedback vom Dozenten bekommen. Ich kam leider mit den 15 Minuten für die Lehrunterweisung nicht hin, so eine Aufgabe ist doch für jemanden, der noch nie damit zu tun hatte, zu anstrengend.

In der eigentlichen Prüfung hab ich dann eine Perlage mit dem "Auszubildenden" gemacht.

Aber hier können Sie etwas von meiner alten Vorbereitung sehen, einige Bilder für die Darstellung des Aufbaus im demontierten Zustand und im montierten Zustand.

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